Ein bisschen Abwechslung in den Backofen bringt dieses Walnussbrot. Das backe ich in regelmäßigen Abständen immer wieder gerne. Durch die Walnüsse bekommt der Teig nicht nur diesen einzigartigen Geschmack, sondern auch eine etwas dunklere Färbung. Es ist eines der schönsten Brote in meinem Repertoire.
Das Rezept ist eine Abwandlung von dem Dreikornbrot von Lutz Geissler. Wenn dich das Backen mit wenig Hefe interessiert, dann schau dir sein Brotbackbuch einmal genauer an. Es ist für Einsteiger sehr gut geeignet, bietet neben vielen Rezepten auch eine Menge Grundlagenwissen.
Das sind die Zutaten
Für mein Walnussbrot nehme ich eine Mischung aus 3 verschiedenen Mehlsorten. Der Hauptbestandteil ist Weizenmehl Typ 550. Immerhin sind es 400 Gramm. Dazu kommen jetzt noch 90 Gramm Dinkelmehl Typ 630 und 90 Gramm Roggenmehl mit der Typenbezeichnung 1150.

Zu unserem Teig kommen jetzt noch 150 Gramm Walnüsse. Das gibt dem ganzen Brot ein herrliches Aroma.
Der Teig wird dadurch nicht so intensiv körnig bzw. nussig wie bei meinem Körnerbrot, aber das soll er ja auch nicht.
Wie bei fast jedem Brot nehme ich für meinen Teig sehr wenig Hefe. Eine Messerspitze reicht. Dadurch kann der Teig lange gehen und entfaltet so einen intensiveren Geschmack.
Natürlich wird das Brot auf diese Weise auch noch bekömmlicher. Das ist für mich jedoch nur ein netter Nebeneffekt, denn wirklich Probleme habe ich mit Teigwaren nicht.
Schritt 1: Die Teigzubereitung
Da ich wieder einmal mit wenig Hefe backe, teilt sich meine Brotherstellung in 2 Tage. Am ersten Tag kümmere ich mich um den Teig und am zweiten Tag um das Brotbacken.
Als erstes brauchen wir das Quellstück. Die Walnüsse werden dazu in eine Schüssel mit ausreichend Wasser gelegt. Meine Walnüsse habe ich zuvor mit einem Fleischklopfer etwas zerkleinert. Das ist zwar nicht zwingend notwendig, aber ich mag es so am liebsten. Du kannst sie auch so lassen wie sie sind. Ich jedoch finde es gut, wenn sich mehrere kleine Walnüsse im Teig verteilen.
Die Nüsse brauchen Zeit um sich mit Wasser vollzusaugen. Mindestens 2 Stunden lasse ich sie deswegen im Wasserbad. Wenn das erledigt ist, schütte ich das übrige Wasser ab.
Wozu das Quellstück?
Ob wir die Walnüsse vorher in Wasser einlegen oder direkt in den Teig geben ist den Nüssen vollkommen egal. Sobald aber die trockenen Nüsse mit Feuchtigkeit in Berührung kommen wollen sie was davon haben. Bevor mir die Walnüsse also jetzt das Wasser aus dem Teig ziehen, erledige ich das lieber vorher.
Dazu kommt noch, dass Feuchtigkeit bei Nüssen und Saaten immer etwas von der Härte nehmen. Die Nüsse und Saaten werden dadurch weicher. Das ist gut.
Zutaten Vermengen
Wie und in welcher Reihenfolge die Zutaten vermengt werden, habe ich in diesem Artikel ausführlich erklärt. Dort findest du auch eine Infografik die dir das (hoffentlich) anschaulich erklärt.
Das dort gezeigte Salzwasser ist hier bei diesem Rezept das Salz-/Walnuss Wasser. Sprich, du schüttest zu Beginn einfach die gewässerten (und abgetropften) Walnüsse zusammen mit dem Salz in das Hauptwasser. Der Rest ist vollkommen gleich.
Hier nochmal eine Übersicht für Tag 1:
Schritt 2: Der Brotbacktag
Der zweite Tag ist Back-Tag. Nachdem der Teig 24 gegangen ist, wird es nun Zeit den Ofen anzuschmeißen. Zuvor jedoch wird unser Teig ein letztes Mal in Form gebracht. Dazu hole ich meinen Teig aus der Schüssel und lege ihn auf eine bemehlte Arbeitsfläche.
Dort wird der Teig in Form gebracht (hier rund), noch einmal leicht eingeschlagen und vorsichtig in den Gärkorb gelegt. Ich mag es, wenn das fertige Brot auf der Oberseite so zerklüftet und rustikal daherkommt. Deswegen ist meine eingeschlagene Seite im Gärkorb auf der Unterseite.
Später im Topf liegt unten oben und die eingeschlagene Seite kann beim Backen schön aufreißen.
Solltest Du eingeschnittene Brote (die mit den aufgerissenen bzw. aufgegangenen einschnitten) bevorzugen, dann dreh den Teig von Anfang an im Gärkorb auf die andere Seite. Im Brotbacktopf kannst du dann deine Schnitte machen.
Der Teigling braucht nun noch so ca. 1 Stunde im Gärkorb. Zeit genug den Ofen und den Brotbacktopf vorzuheizen. Dafür brauche ich ca. 30 Minuten.
Gebacken wird das Brot eine halbe Stunde in meinem Brotbacktopf bei geschlossenem Deckel. Anschließend nochmal für ca. 10 Minuten ohne Deckel. Dadurch bekommt das Brot eine schöne Kruste. So ein Brotbacktopf ist richtig praktisch.
Jetzt nur noch auskühlen lassen und du bist fertig. Guten Appetit 🙂
Welches Zubehör brauche ich wirklich zum Brot backen?
Du folgst dem Rezept genau, aber die Kruste oder der Ausbund wollen einfach nicht so wie auf dem Foto? Meist liegt es nicht an dir, sondern am Equipment.
Zum Equipment-Check
- 400 gr Weizenmehl 550
- 90 gr Dinkelmehl 630
- 90 gr Roggenmehl 1150
- 150 gr Walnüsse
- 400 gr Wasser
- 10 gr Salz
- 0,5 gr Frische hefe
Zubereitung
Tag 1: Teigzubereitung
Quellstück
- Die Walnüsse in eine Schüssel geben und mit Wasser bedecken. Mindestens 2 Stunden lang einweichen. Vor der weiteren Verarbeitung das überschüssige Wasser komplett abgießen. Am besten mit einem Sieb.
Teig
- Hefe in ein wenig von dem angegebenen 400 gr. Wasser auflösen
- Die abgetropften Walnüsse und das restliche Wasser in eine Schüssel zusammen mit dem Salz verrühren. Tipp: Behalte hierbei eine kleine Menge des Wassers (ca. 30-50 gr.) erst einmal zurück.
- Mehl darüber geben und eine kleine Mulde im Mehl bilden
- Darin das Hefewasser geben und im Mehl verteilen
- Erst das Hefewasser mit dem Mehl vermengen und dann den Teig gut durchkneten, bis er eine gleichmäßige Konsistenz hat. Tipp: Sollte der Teig jetzt zu fest sein, gib den Rest des zurück gehaltenen Wassers schluckweise dazu.
- Den Teig in einer abgedeckten Schüssel (z.B. Deckel, Alufolie oder Frischhaltefolie) für 24 Stunden bei Raumtemperatur (ca. 21 Grad Celsius) gehen lassen.
Tag 2: Back-Tag
- Am nächsten Tag den Teig aus der Form auf eine gut bemehlte Arbeitsfläche geben und in die gewünschte Form bringen. Das Mehl auf der Arbeitsfläche sorgt dafür, dass der Teig weniger Klebt und sich leichter verarbeiten lässt.
- Den geformten Teig in einer passenden Form für ca. 1 Stunde, mit einem Tuch abgedeckt, ruhen lassen. Ich benutze dafür einen runden Gärkorb, du kannst aber auch jede andere Form dafür nehmen. Tipp: Damit der Teig im Gärkorb weniger kleben bleibt, bestreue ihn vorher mit Mehl.
- In der Zwischenzeit den Ofen samt Brotbacktopf auf 250 Grad vorheizen.
- Anschließend den Teig aus der Form in den Brotbacktopf stürzen und für 30 Minuten bei 220 Grad im geschlossenen Topf backen
- Nach 30 Minuten den Deckel entfernen und noch einmal für 10 Minuten im Backofen die Kruste schön goldbraun fertig backen
Tipps für bessere Ergebnisse bei diesem Walnussrezept
Damit dein Walnussbrot jedes Mal so aussieht wie auf den Fotos, habe ich hier die wichtigsten Kniffe zusammengefasst. Diese helfen dir, die richtige Teigkonsistenz zu finden und Frust beim Backen zu vermeiden:
1. Das Wasser-Management (Hydration) Jedes Mehl ist ein Naturprodukt und nimmt Wasser unterschiedlich stark auf. Wenn du anfangs 30-50 g Wasser zurückhältst, behältst du die Kontrolle. Es ist viel einfacher, später einen Schluck Wasser unterzukneten, als einen zu weichen Teig mit extra Mehl retten zu wollen – das würde das Mischverhältnis und den Geschmack verändern.
2. Das Quellstück und die Sieb-Methode Die Walnüsse werden in Wasser eingeweicht, damit sie dem Teig später keine Feuchtigkeit entziehen. Dieses überschüssige Wasser brauchen wir im Teig aber nicht. Deswegen sollten die Walnüsse nach dem einweichen mit einem Sieb ordentlich abgetropft werden.
3. Temperatur und Zeit Die 24 Stunden Gehzeit beziehen sich auf eine Zimmertemperatur von ca. 21 °C. Ist es bei dir wärmer (z. B. im Sommer), arbeitet die Hefe viel schneller. Schau ab und zu nach deinem Teig: Er sollte sein Volumen etwa verdoppeln. Wenn er Blasen wirft und in der Mitte leicht einsinkt, ist er überreif – dann sollte er sofort in den Ofen.
4. Klebefreies Arbeiten Brotteige mit Roggen- und Dinkelanteil sind von Natur aus klebriger als reine Weizenteige. Das ist völlig normal! Nutze beim Formen auf der Arbeitsfläche und für das Gärkörbchen großzügig Mehl. Besonders Roggenmehl wirkt hier wie eine Trennschicht und verhindert, dass der Teigling festklebt.












Hallo Christian, habe das Walnuss Brot nach deinem Rezept gebacken. Für meinen 1 Personen Huashalt 550 g. Es ist richtig gut geworden. 0,3 g Hefe – ich habe eine Kugel von 3 oder 4 mm Durchmesser verwendet. Die Gesamtbackzeit um 5 min reduziert. Da ich immer nur kleine Brote backen, wäre es hilfreich die Gesamtbackzeit in der Zutatenliste gemeinsam mit den Zutaten runterzurechnen. Hab in einem Bericht gehört a‘ 200 g weniger Teig 5 min weniger Backzeit. Danke für deine Infos zu Thema Brot backen.
Sensationelles Brot! Danke! Hab gleich 3 Scheiben auf einen Sitz gegessen! Der Rest der Familie ist auch begeistert 🙂
Liebe Brotbäcker:innen! Ich bin noch gar nicht so lange auf den Brotbackspuren unterwegs. Ursprünglich dachte ich mit meinem neuen Bräter mal dem Fleisch zubereiten näher zu kommen. Aber es kam ganz anders und bisher wurden im Bräter schon einige leckere Brote gebacken, ich bin sehr begeistert von den Rezepten und habe diese Seite auch schon weiter empfohlen.
Mein erstes Brot war das Haferflocken/Weizenbrot, es ist sofort auf Anhieb gelungen. Endlich ein Brot das wie Brot aussah und auch so schmeckte. Die Versuche bis dahin erinnerten mehr an einen salzigen Kuchen 🙁
Das 2. Brot war gleich das Walnußbot. Es schmeckte auch super nur die Kruste war trotz Backzeitverlängerung ohne Deckel nicht ganz so kross wie beim Haferflockenbrot. Vielleicht hat das wer einen Tipp?
Gerade steht das Kartoffelbrot kurz or seiner Backzeit und ich gehe wieder in die Küche. Bis bald! die Gundula
Danke Christian,hab ich
genauso gemacht,Wasser Sckuckweise und mehr Salz.Alles super geworden und sehr lecker.
Bei dem nussigen Körnerbrot habe ich auch 2 g mehr Salz genommen, ist besser.Liebe Grüße von Jutta
gestern habe ich mein erstes Brot gebacken ( mit immerhin 70 Jahren)- und es ist gelungen und schmeckt prima. vielen Dank für das Rezept und die ausführliche Erklärung.
Hallo Gabriele,
danke für dein Feedback. Freut mich, dass dir das Walnussbrotb-Rezept so gut gefällt.
Gruß
Christian
Hallo Christian,
das Brot ist sehr lecker geworden, obwohl ich zwischendurch in Panik geraten bin, weil der Teig sehr weich war und ich ihn kaum in die Form geschaufelt bekommen habe. Obwohl ich nur Vollkorn benutzt habe, waren die 400 ml Wasser wohl noch zu viel. Das ist sofort vermerkt worden. Schade ist, dass man von den Walnüssen nicht viel schmeckt, vielleicht besser doch nicht einweichen? Dann könnte sie etwas von dem Wasser aufnehmen.
Auf jeden Fall wird das Rezept wieder gebacken, danke dafür 😀Jutta
Hallo Jutta,
vielen Dank für dein Feedback! Es freut mich sehr, dass dir das Brot geschmeckt hat. Dass der Teig bei der Verwendung von Vollkornmehl so weich war, ist in der Tat ungewöhnlich, da Vollkorn eigentlich eher mehr Wasser bindet.
Um solche „Panik-Momente“ künftig zu vermeiden, habe ich das Rezept gerade noch einmal überarbeitet und präzisiert. Schau dir mal die neuen Tipps im Rezeptteil an:
Wasser zurückbehalten: Ich empfehle jetzt, immer erst ca. 50 g des Wassers zurückzubehalten und nur nach Bedarf schluckweise dazuzugeben. So kannst du die Konsistenz perfekt steuern, egal welches Mehl du nutzt.
Nüsse einweichen: Ich würde sie weiterhin einweichen. Trockene Nüsse ziehen dir sonst während der 24 Stunden Gehzeit die Feuchtigkeit aus dem Teig, was das Brot trocken machen kann. Dass du sie weniger geschmeckt hast, könnte am fehlenden Salz liegen – Salz ist der wichtigste Geschmacksträger auch für das Nussaroma. Das Verhältnis von Salz zu Mehl ist hier entscheidend. Sobald man anfängt mehr Mehl zu nehmen als im Rezept steht, passt dieses Verhältnis nicht mehr richtig.
Gründlich abtropfen: Nutze für die Nüsse am besten ein Sieb, damit kein verstecktes „Extrawasser“ in den Teig wandert.
Versuch es beim nächsten Mal einfach mit der „Schluck-für-Schluck-Methode“ beim Wasser, dann klappt das Formen sicher entspannter!
Liebe Grüße Christian