Brot backen mit wenig Hefe – wie geht das?

Brot backen mit wenig Hefe – wie geht das?

Wer meine Rezepte kennt, der weiß, dass ich meine Brote am liebsten mit sehr wenig Hefe backe. Aber wozu ist das eigentlich gut?

In diesem Artikel möchte ich einmal auf die Frage eingehen, warum Brot backen mit wenig Hefe gut für uns ist und wie man ein Brot mit so wenig Hefe verarbeitet.

Das wichtige bei dieser Methode ist nicht die Verwendung von wenig Hefe, sondern die daraus resultierende lange Teigführung. Denn, wer mit wenig Hefe Brot backt, der muss seinen Teig sehr lange reifen lassen. Er braucht schlicht weg wesentlich mehr Zeit zum Aufgehen.

Eine lange Teigführung gibt dem Brotteig genug Zeit zum Gehen und das kann schon mal mehrere Stunden sein.

Mehr Geschmack & bessere Verträglichkeit

Durch die Verwendung von wenig Hefe gepaart mit der langen Teigführung bekommt das Brot auch mehr Geschmack. Das Mehl hat mehr Zeit, seine Aromen zu entfalten und das schmeckt man auch.

Aber nicht nur das. So ein Brot ist auch besser verträglich. Gerade für Menschen mit Verdauungsproblemen ist eine lange Teigführung sehr gut geeignet. Dabei sollte einem Teig mindestens 4 Stunden Zeit zum reifen gegeben werden.

Mit der langen Teigführung umgehen lernen

Meine Brote lasse ich jedoch weitaus länger reifen. Zum einen habe ich das ganz zu Anfang von einem wirklich guten Brotbackbuch übernommen und zum anderen für total praktisch empfunden.

Warum? Ganz einfach: Es hat viel mit Zeitmanagement zu tun. Meine Brote brauchen 24 Stunden Zeit. Ich könnte sicherlich ein vergleichbares Ergebnis mit einem Teig Schaffen der zum Beispiel 4 oder 5 stunden gehen muss. Doch das finde ich unpraktisch.

Hier ein kleines Beispiel:

Mit der Teigzubereitung fange ich an, wenn ich die Zeit dazu habe. Das ist meistens abends nach der Arbeit. Also so ca. 17 Uhr. Es kann aber auch schon mal 18 Uhr werden oder 19 Uhr. Je nachdem ob ich vorher noch Essen zubereite oder Einkaufe. Würde ich nun meinen Teig nach 4 Stunden backen, dann wäre mein Brot bei knapp 1 Stunde backen um 22 Uhr fertig. Eher etwas später als früher. Zu diesem Zeitpunkt ist das Brot zwar fertig gebacken, muss aber immer noch auskühlen.

Für mich ist das absolut keine Zeit mehr für Abendbrot. Mit dem 24 Stunden Reifeprozess kann ich meine Zeit in der Küche dagegen wesentlich besser aufteilen:

  1. Teig vorbereiten am ersten Tag
  2. Brot backen am zweiten Tag

Dadurch ist dann am Backtag das Brot um 18 Uhr fertig und nicht erst spät am Abend oder mitten in der Nacht.

Wenig Arbeit trotz langer Gärzeit?

Die lange Teigführung bedeutet jedoch nicht, dass der Teig wesentlich mehr Arbeit macht. Die meiste Zeit gärt der Teig von ganz alleine und ich muss keinen Handschlag daran tun. Lediglich ab und an mal den Teig dehnen oder kneten. Dafür brauche ich den Teigling nicht mal aus der Schüssel zu nehmen.

Für mich hat sich diese Methode das Brot so zu backen als extrem praktisch herausgestellt.

Klar, es gibt natürlich auch den Nachteil, dass ich nicht mal eben schnell mein Brot backe. Will ich am Samstag Brot haben, dann bereite ich mir den Teig schon am Freitag vor. „Heute“ geht nichts, wenn ich nicht schon gestern angefangen habe.

Ich hoffe, ich konnte dir das Brot backen mit wenig Hefe etwas näher bringen. Vielleicht ist das ja auch etwas für dich. Gesund ist es auf jeden Fall.

Hier habe ich ein paar Rezepte mit sehr wenig Hefe für dich

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