Rundes Walnussbrot mit rustikaler Kruste auf einem Holzbrett mit Walnüssen und Weizenähren im Vordergrund

Geschrieben von

Christian

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Walnussbrot

Ein bisschen Abwechslung in den Backofen bringt dieses Walnussbrot. Das backe ich in regelmäßigen Abständen immer wieder gerne. Durch die Walnüsse bekommt der Teig nicht nur diesen einzigartigen Geschmack, sondern auch eine etwas dunklere Färbung. Es ist eines der schönsten Brote in meinem Repertoire.

Das Rezept ist eine Abwandlung von dem Dreikornbrot von Lutz Geissler. Wenn dich das Backen mit wenig Hefe interessiert, dann schau dir sein Brotbackbuch einmal genauer an. Es ist für Einsteiger sehr gut geeignet, bietet neben vielen Rezepten auch eine Menge Grundlagenwissen.

Das sind die Zutaten

Für mein Walnussbrot nehme ich eine Mischung aus 3 verschiedenen Mehlsorten. Der Hauptbestandteil ist Weizenmehl Typ 550. Immerhin sind es 400 Gramm. Dazu kommen jetzt noch 90 Gramm Dinkelmehl Typ 630 und 90 Gramm Roggenmehl mit der Typenbezeichnung 1150.

Zu unserem Teig kommen jetzt noch 150 Gramm Walnüsse. Das gibt dem ganzen Brot ein herrliches Aroma.

Der Teig wird dadurch nicht so intensiv körnig bzw. nussig wie bei meinem Körnerbrot, aber das soll er ja auch nicht.

Wie bei fast jedem Brot nehme ich für meinen Teig sehr wenig Hefe. Eine Messerspitze reicht. Dadurch kann der Teig lange gehen und entfaltet so einen intensiveren Geschmack.

Natürlich wird das Brot auf diese Weise auch noch bekömmlicher. Das ist für mich jedoch nur ein netter Nebeneffekt, denn wirklich Probleme habe ich mit Teigwaren nicht.

Schritt 1: Die Teigzubereitung

Da ich wieder einmal mit wenig Hefe backe, teilt sich meine Brotherstellung in 2 Tage. Am ersten Tag kümmere ich mich um den Teig und am zweiten Tag um das Brotbacken.

Als erstes brauchen wir das Quellstück. Die Walnüsse werden dazu in eine Schüssel mit ausreichend Wasser gelegt. Meine Walnüsse habe ich zuvor mit einem Fleischklopfer etwas zerkleinert. Das ist zwar nicht zwingend notwendig, aber ich mag es so am liebsten. Du kannst sie auch so lassen wie sie sind. Ich jedoch finde es gut, wenn sich mehrere kleine Walnüsse im Teig verteilen.

Die Nüsse brauchen Zeit um sich mit Wasser vollzusaugen. Mindestens 2 Stunden lasse ich sie deswegen im Wasserbad. Wenn das erledigt ist, schütte ich das übrige Wasser ab.

Wozu das Quellstück?

Ob wir die Walnüsse vorher in Wasser einlegen oder direkt in den Teig geben ist den Nüssen vollkommen egal. Sobald aber die trockenen Nüsse mit Feuchtigkeit in Berührung kommen wollen sie was davon haben. Bevor mir die Walnüsse also jetzt das Wasser aus dem Teig ziehen, erledige ich das lieber vorher.

Dazu kommt noch, dass Feuchtigkeit bei Nüssen und Saaten immer etwas von der Härte nehmen. Die Nüsse und Saaten werden dadurch weicher. Das ist gut.

Zutaten Vermengen

Wie und in welcher Reihenfolge die Zutaten vermengt werden, habe ich in diesem Artikel ausführlich erklärt. Dort findest du auch eine Infografik die dir das (hoffentlich) anschaulich erklärt.

Das dort gezeigte Salzwasser ist hier bei diesem Rezept das Salz-/Walnuss Wasser. Sprich, du schüttest zu Beginn einfach die gewässerten (und abgetropften) Walnüsse zusammen mit dem Salz in das Hauptwasser. Der Rest ist vollkommen gleich.

Hier nochmal eine Übersicht für Tag 1:

Schritt 2: Der Brotbacktag

Der zweite Tag ist Back-Tag. Nachdem der Teig 24 gegangen ist, wird es nun Zeit den Ofen anzuschmeißen. Zuvor jedoch wird unser Teig ein letztes Mal in Form gebracht. Dazu hole ich meinen Teig aus der Schüssel und lege ihn auf eine bemehlte Arbeitsfläche.

Dort wird der Teig in Form gebracht (hier rund), noch einmal leicht eingeschlagen und vorsichtig in den Gärkorb gelegt. Ich mag es, wenn das fertige Brot auf der Oberseite so zerklüftet und rustikal daherkommt. Deswegen ist meine eingeschlagene Seite im Gärkorb auf der Unterseite.

Später im Topf liegt unten oben und die eingeschlagene Seite kann beim Backen schön aufreißen.

Solltest Du eingeschnittene Brote (die mit den aufgerissenen bzw. aufgegangenen einschnitten) bevorzugen, dann dreh den Teig von Anfang an im Gärkorb auf die andere Seite. Im Brotbacktopf kannst du dann deine Schnitte machen.

Der Teigling braucht nun noch so ca. 1 Stunde im Gärkorb. Zeit genug den Ofen und den Brotbacktopf vorzuheizen. Dafür brauche ich ca. 30 Minuten.

Gebacken wird das Brot eine halbe Stunde in meinem Brotbacktopf bei geschlossenem Deckel. Anschließend nochmal für ca. 10 Minuten ohne Deckel. Dadurch bekommt das Brot eine schöne Kruste. So ein Brotbacktopf ist richtig praktisch.

Jetzt nur noch auskühlen lassen und du bist fertig. Guten Appetit 🙂

Zutaten für 1100 Gramm
  • 400 gr Weizenmehl 550
  • 90 gr Dinkelmehl 630
  • 90 gr Roggenmehl 1150
  • 150 gr Walnüsse
  • 400 gr Wasser
  • 10 gr Salz
  • 0,5 gr Frische hefe

Zubereitung 

Tag 1: Teigzubereitung

    Quellstück

    • Die Walnüsse in eine Schüssel geben und mit Wasser bedecken. Mindestens 2 Stunden lang einweichen. Vor der weiteren Verarbeitung das überschüssige Wasser komplett abgießen. Am besten mit einem Sieb.

    Teig

    • Hefe in ein wenig von dem angegebenen 400 gr. Wasser auflösen
    • Die abgetropften Walnüsse und das restliche Wasser in eine Schüssel zusammen mit dem Salz verrühren.
      Tipp: Behalte hierbei eine kleine Menge des Wassers (ca. 30-50 gr.) erst einmal zurück.
    • Mehl darüber geben und eine kleine Mulde im Mehl bilden
    • Darin das Hefewasser geben und im Mehl verteilen
    • Erst das Hefewasser mit dem Mehl vermengen und dann den Teig gut durchkneten, bis er eine gleichmäßige Konsistenz hat.
      Tipp: Sollte der Teig jetzt zu fest sein, gib den Rest des zurück gehaltenen Wassers schluckweise dazu.
    • Den Teig in einer abgedeckten Schüssel (z.B. Deckel, Alufolie oder Frischhaltefolie) für 24 Stunden bei Raumtemperatur (ca. 21 Grad Celsius) gehen lassen.

    Tag 2: Back-Tag

    • Am nächsten Tag den Teig aus der Form auf eine gut bemehlte Arbeitsfläche geben und in die gewünschte Form bringen. Das Mehl auf der Arbeitsfläche sorgt dafür, dass der Teig weniger Klebt und sich leichter verarbeiten lässt.
    • Den geformten Teig in einer passenden Form für ca. 1 Stunde, mit einem Tuch abgedeckt, ruhen lassen. Ich benutze dafür einen runden Gärkorb, du kannst aber auch jede andere Form dafür nehmen.
      Tipp: Damit der Teig im Gärkorb weniger kleben bleibt, bestreue ihn vorher mit Mehl.
    • In der Zwischenzeit den Ofen samt Brotbacktopf auf 250 Grad vorheizen.
    • Anschließend den Teig aus der Form in den Brotbacktopf stürzen und für 30 Minuten bei 220 Grad im geschlossenen Topf backen
    • Nach 30 Minuten den Deckel entfernen und noch einmal für 10 Minuten im Backofen die Kruste schön goldbraun fertig backen

    Tipps für bessere Ergebnisse bei diesem Walnussrezept

    Damit dein Walnussbrot jedes Mal so aussieht wie auf den Fotos, habe ich hier die wichtigsten Kniffe zusammengefasst. Diese helfen dir, die richtige Teigkonsistenz zu finden und Frust beim Backen zu vermeiden:

    1. Das Wasser-Management (Hydration) Jedes Mehl ist ein Naturprodukt und nimmt Wasser unterschiedlich stark auf. Wenn du anfangs 30-50 g Wasser zurückhältst, behältst du die Kontrolle. Es ist viel einfacher, später einen Schluck Wasser unterzukneten, als einen zu weichen Teig mit extra Mehl retten zu wollen – das würde das Mischverhältnis und den Geschmack verändern.

    2. Das Quellstück und die Sieb-Methode Die Walnüsse werden in Wasser eingeweicht, damit sie dem Teig später keine Feuchtigkeit entziehen. Dieses überschüssige Wasser brauchen wir im Teig aber nicht. Deswegen sollten die Walnüsse nach dem einweichen mit einem Sieb ordentlich abgetropft werden.

    3. Temperatur und Zeit Die 24 Stunden Gehzeit beziehen sich auf eine Zimmertemperatur von ca. 21 °C. Ist es bei dir wärmer (z. B. im Sommer), arbeitet die Hefe viel schneller. Schau ab und zu nach deinem Teig: Er sollte sein Volumen etwa verdoppeln. Wenn er Blasen wirft und in der Mitte leicht einsinkt, ist er überreif – dann sollte er sofort in den Ofen.

    4. Klebefreies Arbeiten Brotteige mit Roggen- und Dinkelanteil sind von Natur aus klebriger als reine Weizenteige. Das ist völlig normal! Nutze beim Formen auf der Arbeitsfläche und für das Gärkörbchen großzügig Mehl. Besonders Roggenmehl wirkt hier wie eine Trennschicht und verhindert, dass der Teigling festklebt.

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    Über den Autor: Christian – Ich bin Gründer und Autor dieses Backblogs und teile hier meine jahrelange Erfahrung im Brotbacken. Ich schreibe praxisnahe Anleitungen, teste unabhängig Backzubehör und Küchenmaschinen in der Praxis und teile hilfreiche Tipps rund ums Backen. Meine Bewertungen basieren ausschließlich auf eigener Anwendung und echten Erfahrungen.

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    118 Kommentare zu „Walnussbrot“

    1. Hallo Christian, ich bin unterwegs mit dem Rezept und habe eine Frage wegen der Mühle: Du schreibst dass Du mit der Stahlmühle von Kenwood ca. 90g Mehl mahlst in 1 Minute.
      Von den insgesamt 580g Körnern (Weizen, Roggen, Dinkel) ist nach einer halben Stunde noch nicht die Hälfte gemahlen. Ich lasse die Mühle auf Stufe 4 fein mahlen.
      Entspricht das in etwa auch Deiner Erfahrung? Ich mahle zum ersten Mal, war eben unsicher ob ich alles richtig mache.
      Danke und lieben Gruss, Sabine

      Antworten
      • Hallo Sabine,
        das Rezept ist nicht auf Vollkornmehl ausgelegt. Wenn du alles aus Vollkorn backst, könnte der Teig etwas trocken werden. Dann wäre ein Kochstück sicherlich eine Überlegung wert. Was die Mahlgeschwindigkeit angeht, sollte eigentlich nach 10 Minuten mahlen alles erledigt sein. Warum das bei dir so lange dauert, weiß ich jetzt auch nicht genau.
        Lieben Gruß
        Christian

    2. 5 Sterne
      Ich war ja am Anfang echt skeptisch: so wenig Hefe? So lange Gehen bei Raumtemperatur? Als sich dann noch der „Klops“ während der Gehzeit im Gärkörbchen kein bisschen bewegte, war ich echt überzeugt, dass das nix werden kann. Aber siehe da: Das Brot ging wunderbar auf im Backofen, hat eine super Kruste und schmeckt echt gut. Danke für dieses Rezept! Der Aufwand dafür ist wirklich überschaubar, das Resultat kann sich schmecken lassen.

      Antworten
    3. 5 Sterne
      Hallo Christian,,
      das Rezept ist sehr ansprechend. Da ich fast ausschließlich mit frisch gemahlenem Vollkornmehl backe, werde ich das Rezept ändern, nur das Roggenmehl so belassen. 30 ml mehr Wasser dürften ausreichend sein??!!
      Bin schon sehr gespannt auf das Ergebnis.
      Vielen Dank und liebe Grüße, Christiane

      Antworten
    4. 5 Sterne
      Das Brot backe ich heute bereits zum wiederholten Mal und meine Familie liebt es – es wird eingeatmet wie nichts und gelingt einfach immer! Wir sind zu viert, wobei unsere Kinder normalerweise keine guten Esser sind, trotzdem reicht uns das Brot meist nur für eine Mahlzeit ????
      Es schmeckt fantastisch, ich wandel es ab und an mal mit weiteren Nüssen und Kernen ab – ein Traum!
      Danke für das Rezept!

      Antworten
      • Hallo Inga,
        vielen Dank für das Feedback. Freut mich, dass du und deine Familie so viel Freude daran haben 🙂
        Liebe Grüße
        Christian

    5. 5 Sterne
      Hallo Leute,
      bräuchte eure Hilfe als Anfänger. Habe den Teig gestern auch vorbereitet. Jedoch hatte ich folgende Probleme. Der Teig war sehr klebrig, also habe ich weiteres Weizenmehl dazu gegeben. Der Teig war teilweise auch in „Fetzen“, er hatte sich an manchen Stellen nicht richtig verbunden und hatte „Risse“. Geknetet hatte ich ihn in der Kitchen Aid auf Stufe 2, später dann auf Stufe 1. Was habe ich falsch gemacht?
      Danke für Eure Hilfe.

      Antworten
      • Hallo Daniel,
        dass der Brotteig etwas klebrig ist, ist durchaus normal. Prinzipiell ist es immer ein gutes Zeichen, wenn der Teig eher an sich als an der Schüssel haftet. Wenn das so ist, dann braucht er kein weiteres Mehl. Bei diesem Brot kommt ein ordentlicher Teil mehr oder weniger große Nüsse rein. Das hindert den Teig daran, sich zu verbinden und so kann durch die Nüsse der Teig schonmal etwas aufreißen. Vielleicht war das bei dir der Fall? Lässt sich aus der Ferne schwer sagen. Ich backe dieses Walnussbrot sehr gerne und oft. Wie ist das Brot denn anschließend geworden?
        Gruß
        Christian

    6. Hallo Christian,
      ich habe heute dein Brot gebacken
      Etwas anders gemacht.Ich Dinkelmehl,250g Vollkorn und 250g Dinkelmehl 1050.Die Wallnüsse habe ich gewässert und anschließend in der Küchenmaschine zerkleinert.Habe den Teig 2 Stunden gehen lassen und dann die Wallnüsse darunter geknetet,noch mal.1Stunde gehen lassen,geformt auf ein Blech mit Backpapier und eine halbe Stunde gehen lassen.Dann wie angegeben gebacken.Auch.diese Kurzversion war super lecker.Danke für das Rezept.

      Antworten
    7. Hallo ????
      Das Brot wurde mit dem Hauptbestandteil von Weizenmehl hergestellt. Kann ich auch den Hauptbestandteil Dinkel oder Roggen nehmen? Und verändert sich da etwas an der Mischung / Backzeit?

      Antworten
      • Hallo Susanne,
        das Rezept ist eigentlich für Weizenmehl ausgelegt. Aber natürlich kannst du dir das Rezept auch nach deinen Vorlieben anpassen. Mit Dinkel sollte das leicht möglich sein. Denke nur daran, dass du für Feuchtigkeit sorgst. Zum Beispiel mit einem Kochstück. Wenn du Roggen nehmen möchtest, dann nimm lieber ein anderes Rezept. Für Roggenmehl nimmt man eher Sauerteig. Dafür ist die Hefe nicht geeignet.
        Beste Grüße
        Christian

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