Ausgerechnet! Das kostet Brot backen wirklich

Ausgerechnet! Das kostet Brot backen wirklich

Dein Brot selber backen, garantiert dir immer ein frisches Brot. Aber was kostet es wirklich sein eigenes Brot zu backen? Dieser Frage gehe ich in diesem Artikel nach. Das Ergebnis hat mich selbst überrascht.

Angefangen mit dem Brotbacken habe ich ja nicht aus Kostengründen. Ich habe damit angefangen mein Brot selber zu machen, weil ich einfach unzufrieden mit der Qualität der Brote und der Brötchen gewesen bin die ich vom Bäcker bekomme.

Kein Brot war wirklich gut und alle waren sehr schnell trocken. Ich habe halt das Pech, dass es bei mir zu viele Franchise-Bäcker gibt. Oder Bäckerfilialen von Großbäckereien.

Doch dann wollte ich wissen, ob selber backen günstiger ist, als fertiges Brot zu kaufen. Oder ist es vielleicht sogar im Endeffekt teurer?

 

So viel kostet mein Brot

Zunächst einmal habe ich eine Grundlage mit diesem Rezept gelegt. Das Hafer-Weizenbrot. Die Zutaten sehen wie folgt aus:

  • 340 gr Weizenmehl 550
  • 180 gr Haferflocken
  • 100 gr Sonnenblumenkerne
  • 450 gr Wasser
  • 10 gr Salz
  • 0,5 gr Frisch-Hefe

Jetzt die (packungs-)Kosten für die ganzen Zutaten:

  • 1 Kg 550 Weizenmehl 0,79 Euro
  • 0,5 Kg Haferflocken 0,35 Euro
  • 0,4 Kg Sonnenblumenkerne 1,29 Euro
  • 0,5 Kg Salz 1,44 Euro
  • 40 gr Frischhefe 40 0,09 Euro

Die kosten für die Zutaten können natürlich Abweichen. Je nachdem wie und wo du einkaufst. Meine Zutaten habe ich dort gekauft, wo ich auch sonst immer einkaufe. Das ist recht kostenbewusst und eine Mischung aus dem Discounter wie Lidl und Kaufland sowie dem Supermarkt Rewe oder Edeka.

 

Kosten für ein Weizenbrot

 

Es gibt Hobbybäcker, die kaufen ihr Mehl ausnahmslos bei einer Mühle. Diesen Luxus habe ich leider nicht. Im Moment ist mir der Direkt-kauf bei einer Mühle nicht ganz so wichtig.

Jedoch sind das echte Zahlen, die ich so an der Kasse gelassen habe.

Das macht für 630 gr Brotzutaten (ohne Wasser) 0,75 Euro. Jetzt könnte man denken wir sind mit der Rechnung fertig und 0,75 Euro ist ja super günstig.

Jedoch muss ich das Brot jetzt auch noch Backen. Die Stromkosten kommen jetzt noch oben drauf. Um einen guten Schätzwert für die Stromkosten eines Backofens zu erhalten, habe ich einen Stromrechner bemüht.

Der Backofen hat 1700 Watt, es wird 30 Minuten vorgeheizt und 1 Stunde gebacken. Bei einem Preis von 22 Cent pro Kwh kommen zu den 0,75 Euro dann noch einmal 0,56 Euro drauf.


Das macht einen gesamtpreis für mein Brot von 1,31 Euro


Die Preise für Brot nur mit Mehl werden ähnlich sein. Haferflocken sind etwas günstiger und Sonnenblumenkerne etwas teurer. Das hebt sich in etwa auf.

Das Brot vom Bäcker

Was bedeutet das im Vergleich zum Brot vom Bäcker? Das ist nicht ganz so leicht zu beantworten. Wirklich jedes Brot hat einen anderen Preis und keines der Brote die ich gefunden habe wird aus den gleichen Zutaten hergestellt wie mein Beispielbrot.

Jedoch kostet kein Brot vom Bäcker unter 2 Euro. Zumindest bei mir nicht und bei den Online-Händlern die ich auf die schnelle gefunden habe, auch nicht.


Ein Beispielbrot dass ich gefunden habe liegt einem „Graubrot“ liegt der Preis bei 2,80 Euro


Damit ist das Brot vom Bäcker doppelt so teuer wie mein selbst gebackenes Brot inklusive Stromkosten. Das hätte ich nicht gedacht. Denn schließlich bezahlen Bäcker wesentlich weniger für ihre Zutaten als es ein Endverbraucher, wie ich einer bin, bezahlen würde.

Da schlagen dann wohl Raummiete, Personalkosten, Werbung usw. zu Buche. Gewinn soll natürlich auch nicht fehlen. Niemand soll Arbeiten ohne etwas davon zu haben.

Sollte ich fiktive Arbeitskosten mit in mein Brot einrechnen? Bei einem richtigen Vergleich wäre das sinnvoll, oder? Naja nicht wirklich. Wie ich in einem anderen Artikel schon erwähnt habe, ist die „Arbeit“ für das Herstellen meines Brotes so verschwindend gering, dass es kaum der Rede wert ist.

Und ob ich beim Einkauf, den ich eh mache, noch Mehl mit einpacke oder nicht, das macht es dann auch nicht mehr.

Alles in allem zahle ich für mein Brot also wesentlich weniger und habe natürlich auch noch die Garantie, dass es wirklich frisch ist.

 

Last but noch least: Der Vergleich zu Fertigbackmischungen

Da ich gerade dabei bin meine Art des backens zu vergleichen, möchte ich auch den Unterschied zu Fertigbackmischungen sehen.

Deswegen habe ich mir noch die Preise für Fertigbackmischungen geholt. Einmal vom Versandhandel Amazon und einmal vom Discounter Kaufland.


  • Bielmeier-Küchenmeister Brotbackmischung Mehrkornbrot – pro 500 gr Packung 1,33 Euro
  • Brotbackmischung einfach, Kaufland – pro 1 Kg Packung 0,98 Euro (0,58 Euro für 600 gr)
  • Brotbackmischung Bio, Kaufland – pro 1 Kg Packung 1,99 Euro (1,20 Euro für 600 gr)

Mit meinen 0,75 Euro für das Brot bin ich bei 2 von 3 Fertigbackmischungen immer noch günstiger. Lediglich bei der einfachen Backmischung ist mein Brot 17 Cent teurer.

 

So viel kostet mein Brot im Vergleich

Kosten Brotbacken vergleich

Das könnte dich auch interessieren:

Mein Fazit

Ich muss sagen, dass ich mit diesem Ergebnis sehr gut leben kann. Alles in allem bin ich preislich sehr gut dabei und zahle für mein eigenes Brot weniger als für das fertige Brot vom Bäcker. Bei den Fertigbackmischungen weiß ich jetzt auch, dass ich nicht mehr bezahle, sondern (im Schnitt) weniger. Eine tolle Sache wie ich finde.

Und das Brot vom Bäcker ist nicht nur doppelt so teurer, es schmeckt mir auch einfach nicht so gut. Zumindest bei den Systembäckern die zu eienr Kette gehören und lediglich die Brötchen aufbacken.

Diese Bäckereiketten sind leider weit öfter vertreten als die echten Bäcker. Die Bäcker, die hinter der Ladentheke eine eigene Bäckerei haben.

Hättest du gedacht, dass selber Brot backen wirklich günstiger ist als fertiges Brot zu kaufen?

Schreibs mir in die Kommentare!

Dieser Beitrag hat 14 Kommentare

  1. Frank

    Interessante Recherche. Habe ich mich auch schon manchmal gefragt, ob der Aufwand überhaupt lohnt (neben dem Spaßeffekt). Allerdings könnte man evtl auch seine eigene Arbeitszeit wertig mit einrechnen. Aber wie gesagt, es ist ja Spaß.

    1. Christian

      An die eigene Arbeitszeit habe ich gar nicht gedacht. Da stellt sich bei mir jedoch sofort die Frage, ob die Arbeitszeit für das Erlernen des Hobbys mit eingerechnet werden soll oder das Suchen nach Rezepten usw. Die Idee an sich finde ich eigentlich recht witzig, für eine einfache Übersicht ist es aber wohl zu viel denke ich. Allerdings könnte ich mir eine Erweiterung mit Mehlen einer Mühle, in meinem Fall vom Reformhaus, vorstellen. Die Preise dort sind noch einmal was anderes.

  2. Ralf

    Dass der Bäcker sein Brot nicht zu dem Preis verkaufen kann, wie du der es Zuhause selber herstellt, ist jetzt keine Überraschung. Würde der Bäcker seine Unkosten wie z.B. Pacht, Löhne, Marketing usw) heraus rechnen die du nicht hast, wäre er sicherlich günstiger dran, da er die Rohstoffe zu geringere Preise ankaufen kann. Aber beim selber backen, geht es ja am Ende nicht nur um die Ersparnis, sondern dass man das Brot selber und nach eigenem Geschmack gebacken hat.

  3. Ralf

    Rechnet man dann als “Hobbybäcker” allerdings dann noch dazu, dass man in der Zeit, die man dafür insgesamt verbracht hat auch hätte arbeiten gehen können (und somit seinen persönlichen Stundenlohn reinrechnen könnte) wird das einzelne Brot unverschämt teuer. Das würde einem keiner zu dem Preis abkaufen…….. auch wenn es so toll schmecken mag.

    1. Christian

      Bevor ich diese Rechnung gemacht hatte, war ich mir da gar nicht so sicher. Die Stromkosten für nur 1 Brot sind vergleichsweise hoch, die Kosten für Mehl in kleinen Mengen als Endverbraucher sind bestimmt auch etwas anders usw. Es ging mir bei der Rechnung ja nie darum das eigene Brot zu verkaufen. Ich wollte einfach nur wissen, wo ich mit meinem Backen im Vergleich so stehe 🙂

    2. Roman

      Lustige Gedanken hier…. Ich bezahle mir selbst keinen Stundenlohn. Es geht hier denk ich rein um die Kosten die ich zu tragen habe im Vergleich zu gekauften oder Backmischungen. Niemand hier will dem Hausbäcker Konkurrenz machen und das Brot dann verkaufen.
      Der riesenvorteil der hier von vielen übersehen wird ist dass ICH bestimme was in das Brot kommt. KEINE Enzyme, Konservierungsstoffe, Feuchthaltemittel etc.
      Selbst wenn das Brot das ich selbst backe genausoviel kostet wie das im Geschäft wäre das immer noch ein Riesen Argument!

      Danke an den Ersteller sich die Mühe zu machen und das so gut hier vorzurechnen.

  4. Duken

    Hab jetzt auch aus den selben Gründen angefangen Brot selber zu backen. Das ist ein sehr guter Vergleich. Es Lohnt sich wirklich. Da mache ich also nichts falsch! Ich frag mich auch immer….was ist da noch drinne in dem Brot vom Bäcker oder den Brotbackmischungen? Wir wissen es nicht. So kann man größtenteils selbst bestimmen was ins Brot kommt. Man kann experimentieren und hat Spaß daran. Es riecht gut und man spart sogar 😀 Danke Dir ✌🏻

    1. Christian

      Ja, beim Brotbacken kommt sehr vieles zusammen. Für mich ist es auch eine Bereicherung. Ich wünsche dir viel Spaß mit deinem neuen Hobby 🙂

  5. Roland

    Ich stimme meinen Vorredner*innen nur bedingt zu.

    a) Ich backe Brot selbst weil das ein schönes Hobby ist
    b) Richtig gutes Brot von guten Bäckern (nicht Supermarkt oder Diskounter) schmeckt garantiert besser als meines
    c) Wenn ich schon selbst backe, warum soll ich dann die billigsten Zutaten nehmen? Dann kann ich doch gleich das fertige beim Discounter holen. Ich verwende Biomehl, Biohefe und sonst auch nur hochwertige Zutaten. Hier in Österreich bezahle ich für 1 Kg Bio-Weizenmehl 1,49 und für 42g Bio-Hefe 59 Cents. Wo Ihr 40g Hefe um 9 Cents herbekommts ist mir ein Rätsel – kann also nur ein Tipp- und Rechenfehler sein.

    Fazit: Ich backe selbst weil es mir Spaß macht und wenn ich das schon mache, dann nur mit hochwertigen Zutaten. Oder ich kaufe mir Top-Backwaren von Profibäckern.

    LG Roland

  6. Mia F.

    Ihr vergesst auch noch die Anschaffung Eurer Infrastruktur (Backrohr, Mixer/Küchenmaschine, div. Zubehör, Wohnraum), die der Bäcker einrechnen muss und die bei Euch unter “Hobby” oder “sowieso vorhanden” fällt. Wenn diese aber wegen erhöhter Beanspruchung schneller kaputt wird, sind das “echte” Kosten. Also: es kann hierbei sicher nicht ums Geld, sondern nur um die Qualität, die Frische und die Freude am Backen gehen 🙂

  7. Manfred

    Ich glaube jeder hat hier ein wenig recht. Beim Vergleich mit den Backmischungen fehlen mir allerdings dafür auch noch die Stromkosten. Damit dürfte das selbst gebackene Brot deutlich günstiger sein als die Discounter-Backmischung. Ich habe vor einiger Zeit ebenfalls angefangen zu backen. Ich rechne auch die Kosten, wobei das nicht das Kriterium zum Backen ist. Zunächst einmal liebe ich Sauerteigbrot und wenn es gut ist schmeckt es auch nach einer Woche noch. Leider hat der letzte Bäcker im Ort, der noch handwerklich in guter Qualität gebacken hat vor einiger Zeit geschlossen. Jetzt muss ich 8 km einfache Strecke fahren um ein Brot zu kaufen. Auch diese Kosten muss man fairerweise rechnen, es sein denn man kauft das Brot im Supermarkt. Für mich zählt in erster Linie ein frisches, aber lange schmackhaftes Brot und nicht zuletzt auch der Spaß am Backen.

  8. G&M

    Hmm… wenn hier schon die Rechnung Bäckermeister VS. Hobbybäcker aufgestellt wird und alles nach der Erbsenzählermethode aufgelistet, dann bitte auch die Bäckermeisterkosten auf ein einziges Brot umlegen. Er bäckt hunderte pro Tag + gleichzeitig noch andere Backerzeugnise…. Er verkauft sicher gut 80% seiner Meisterleistung am gleichen Tag und wenn er nur Kostendeckend arbeiten würde, müsste er vermutlich sein Laden am nächsten Tag schon dicht machen.
    Dieser sehr realistischen Rechnung hier nach wird dargestellt, dass dem Verfasser das Brotbacken nicht nur Spaß macht, sondern sein Brot (Endergebnis) auch noch preiswerter ist.

    Ich backe ebenfalls seit ein paar Monaten selbst. Habe den Sauerteig auch selbst gezüchtet und bin begeistert. Sicherlich reicht mein Erzeugnis dem Bäckermeister das Wasser nicht und ich habe das Handwerk nicht gelernt, daher sollte mein Brot keineswegs mit der Meisterleistung verglichen werden. Und gegenüber den industriellen “Bäckereien” ist jeder Hobbybäcker ein Meister, denke ich. 😏

  9. Jörg Rimböck

    Ich habe mich heute der brotback Community angeschlossen ich mache das zweimal die Woche etwa weil mein Brot kann man nicht kaufen.
    Ich lese jetzt einfach die Zutaten vor für meinen süßen rosinenstuten 100 g Kokosflocken 300 g Mehl 50g mehrkornmehl 50 g Buchweizenmehl 100 g gemahlene Mandeln einmal Vanille Zucker 75g Butter 200g Sahne 50 g Milch 75 g Zucker 1 g Anis 150 g Honig 100g Haferflocken ein Drittel Bittermandel Fläschchen Einbau Hefe plus ein Drittel Backpulver 100 g Rosinen halben Teelöffel Salz vor vor dem Backen noch mal einen halben Teelöffel zerstoßenen Fenchel bestreuen das ganze nennt sich dann süßer rosinenstuten alias neu Tommy habe ich heute erfunden Fotos kann ich hier leider nicht dran hängen aber ihr solltet einmal riechen wie meine Wohnung sich jetzt anfühlt unglaublich bei den Zutaten ein Geruch ……
    Dabei habe ich auch die Kosten überhaupt nicht geguckt ach vergessen habe ich noch die Mandeln 100g zerstoßen
    Und ein halbes Flaschen rum Aroma

    das ist mir die Stromkosten und wenn es 1 € sind völlig egal.
    Alleine meine edlen Zutaten werde ich beim Bäcker mit Sicherheit nicht bekommen da müsste mein Brot dann 10 € kosten bei einem Kilo ich habe es eben ausgewogen.

    In dem Sinne wünsche ich euch immer ein Gramm Mehl auf dem Löffel bis dahin euer Jörg

    .

  10. Daniel

    Ich finde so einen Rechnung super und ich kann auch die Argumente “beider Seiten” hier verstehen. Aber, es gibt durchaus Situationen, da kann man das Ganze sehr individuell betrachten. Da geht es beim Backen dann nicht nur um Spaß, oder Geschmack. Z.B. Wenn man arbeitslos ist und auf jeden Cent angewiesen ist, Zeit aber keine Rolle spielt. Bevor man da einfach nur vor dem Fernseher hockt, backt/kocht man lieber was, und erhält durch die Ersparnis so einen kleinen “Lohn” und kann sich trotzdem vernünftig ernähren. Das können im Monat dann schon ein paar Euro Ersparnis sein. Auch finde ich den Gedanken autonom zu sein, sehr reizvoll. Es ist halt leichter, länger Mehl und Hefe zu lagern, als fertiges Brot. So kann man sich Vorräte anschaffen, ohne dass man sich Sorgen ums Verderben machen muss. Auch brauchen die Zutaten weniger Platz und man ist nicht auf Öffnungszeiten angewiesen, muss Schlange stehen und dergleichen. Generell zu wissen, wie man ein Brot backt, ist heutzutage auch nicht mehr selbstverständlich, sollte aber zum Grundwissen gehören. Wir leben zwar in relativ stabilen Zeiten, aber bricht mal eine Krise aus, wie Corona grade zeigt, ist es sicher vom Vorteil, zu wissen, wie man ein Brot backt. Man kann sich halt nicht immer und durchgehend auf funktionierende Strukturen verlassen. Grundsätzlich sollten wir als Gesellschaft in der Lage sein, aus Rohzutaten irgendwas kochen/backen zu können und uns nicht immer nur darauf verlassen, dass wir schon im nächsten Supermarkt bekommen, was wir so brauchen.

Schreibe einen Kommentar